Atreia, auseinandergebrochen durch die große Katastrophe, fristet nun sein Dasein als ein Planet, bestehend aus zweien. Doch immernoch hängen die beiden Hälften, Asmodae und Elysea, irgendwie zusammen, anstatt einfach auseinander zu driften. Natürlich, oder zumindest sehr wahrscheinlich, ist dafür der Abyss verantwortlich. Jedoch ergibt sich dadurch auch eine Frage, die ich mir Stelle: Wie funktioniert in Atreia die Schwerkraft?
Elysea und Asmodae sind zwei Extrema. Nicht nur aufgrund des Krieges, der die beiden Seiten und Fraktionen trennt, sondern auch wegen ihrer ungeheuren Ausmaße. Um die beiden Stücke Atreias zusammen zu halten, ist eine unheimlich große Kraft vonnöten, welche der Abyss zweifelsohne auch innehat. Aber, wenn der Abyss, welcher in der Mitte Atreias liegt, die beiden Hälften anzieht – sei es durch tatsächliche Schwerkraft oder durch reinen Äthereinfluss – wieso wirkt die Schwerkraft dann umgekehrt?
Dass Atreia nicht immer den Gesetzen der uns bekannten Physik gehorcht, werde ich wohl gar nicht ansprechen brauchen. Letztendlich handelt es sich dabei doch um eine Welt, erfüllt vom magischen Äther, der alle Lebewesen, jeden Stein und jedes Staubkorn durchdringt, aber um ehrlich zu sein, möchte ich diesen nur ungern als „Entschuldigung für alles“ gelten lassen.
Ich bin nun nicht so bewandert, was die Physik angeht, aber ich habe doch eine Theorie, welche die besonderen Umstände in Atreia erklären könnte.
Wir alle kennen die Zentripetalkraft. Das ist die Kraft, welche dafür verantwortlich ist, dass wir bei einer scharfen Rechtskurve an die linke Fahrzeugwand gedrückt werden und uns im Karussel einen schönen Adrenalinschub bescheren kann. Sie wirkt in Kreisbewegungen, also in der Rotation, also möglicher Weise auch in der Rotation Atreias. Ich weiß nicht, inwiefern das möglich ist, ich kann es mir aber gut vorstellen, wenn ich an Kirmes denke.
Die beiden Hälften werden vom Abyss, wie mit einem Seil, festgehalten und rotieren um ihn herum, wie die Planeten des Sonnensystems um die Sonne. Falls der Abyss eine Masse hat, so wird der Abyss dadurch stabilisiert, dass an beiden Seiten gleichermaßen gezogen wird – von Elysea und Asmodae. Falls nicht, dann schreibe ich ihm eine gewisse Konstanz zu, welche ihn unbeweglich macht und stark genug ist, Atreia zusammen zu halten, jedoch dann nur durch Äthereinfluss.
Nun stellt sich aber eine weitere, bislang unbeantwortete Frage. Denkt mal nach: Auch im Abyss gibt es eine Schwerkraft!
Wenn man sich im Abyss befindet, könnte man davon ausgehen, dass die Sonne im Zentrum auch das Zentrum des Abyss darstellt. Geht man aber von meiner Theorie aus, ist dies entweder falsch oder der Abyss gehorcht seinen eigenen Regeln.
Die erste Theorie würde bedeuten, dass das eigentliche Zentrum des Abyss weit oberhalb des uns bekannten Abyss liegt, allerdings kann das nur zutreffen, wenn der Abyss tatsächlich physisch innerhalb von Atreia vorhanden ist. Immerhin ist der Abyss ein Riss im Äthergefüge (oder was auch immer), wer sagt dann, dass sich der Abyss auch tatsächlich in der Mitte Atreias befindet, und nicht etwa irgendwo anders im Universum?
Theoretisch kann der Abyss überall existieren, wo Äther vorhanden ist, oder aber sogar in einer Art anderer Dimension, welche in unserer physischen Welt gar nicht existiert.
Was auch immer davon richtig ist: Es macht die oben genannte Vorstellung über die Schwerkraft in Atreia nicht auf den Abyss übertragbar, da dieser einfach nicht zu diesem System dazugehört.
Aber was trifft nun auf den Abyss zu? Warum gibt es im Abyss überhaupt eine Schwerkraft, wo doch überall riesige Felsbrocken und sogar Festungen in der Luft schweben? Durch einfache Rotation lässt sich das hier wohl nicht erklären. Und dazu, liebe Leser, fällt mir leider auch nichts mehr ein. Ich nehme einfach mal wieder den Äther als Entschuldigung für alles.